Steinwaschbecken montieren

Montageanleitung Aufsatzwaschbecken aus Naturstein

Wer über eine gewisse Ausstattung an Werkzeug und handwerkliches Geschick verfügt, kann sein neues Waschbecken aus Granit, Marmor oder Flusstein natürlich selbst montieren. Diese detaillierte Anleitung berücksichtigt auch Aufsatzwaschbecken mit sehr kleiner Auflagefläche, die entsprechend fixiert werden müssen. Bei größerer Auflagefläche kann das Waschbecken allein durch einen guten Kleber auf der Platte fixiert werden. In der folgenden Anleitung ist auch Bearbeitung der Waschtischplatte mit aufgeführt, für alle, die diese selbst herstellen möchten. Besser ist natürlich eine fertige Waschtischplatte für die Montage des Steinwaschbeckens zu nutzen.

Hier die Werkzeugliste:

Gehen wir davon aus, daß die Platte für den Waschtisch, auf den das Aufsatzwaschbecken montiert werden soll, bereits vorhanden ist. Sehr gut geeignet sind z.B. verleimte Massivholzplatten aus Buche, Eiche und Bambus oder Eukalyptus. Wer Stil zeigen möchte, kann auf Preßspanplatten (typische Küchenarbeitsplatten) sicher gut verzichten. Die Feuchtigkeit im Bad schadet dem Holz, nach einer Behandlung mit einem guten Hartwachs-Öl, nicht. Also die Aussenmaße unserer Platte sind vorhanden, die Kanten gefast oder gerundet und die Oberfläche hat bereits ihre endgültige Versiegelung. Holz passt optisch sehr gut zu Granit und anderem Naturstein und sollte nach einer Behandlung mit Holzbeize, im gewünschten Farbton und anschließend am besten mit Wachsöl versiegelt werden.

Arbeitsschritte:

  1. Wir setzen das Waschbecken auf die Platte um die Stelle für die Ablaufgarnitur zu markieren. Hierfür können wir einfach das bereits im Aufsatzwaschbecken vorhandene Loch als Schablone zum Anzeichnen nutzen. Bitte undbedingt beachten, daß die Abstände des Waschbeckens zur Wand bzw. Ecke genug Platz für die Armatur lassen und das Ganze eine harmonische Optik abgibt. Am besten ist, wenn man bereits die passende Waschtischarmatur gekauft hat und diese testweise so positioniert, daß das Wasser nach der Montage auch im Waschbecken landet und genug Platz zum Hantieren bleibt…
  2. Achtung, dieser Arbeitsschritt ist nur bei Eigenbaus-Waschtischplatten notwendig. Fertige Waschtisch-Platten findest Du hier.
    Nachdem der Mittelpunkt der Bohrung für die Ablaufgarnitur und die Armatur (Wasserhahn) markiert wurde, bohren wir mit nicht zu hoher Drehzahl (wenn Rauch aufsteigt, warst du zu schnell :-)) das Loch für den Abfluß in den Waschtisch. Bei dickeren Platten ist es am besten, zuerst eine Durchgangsbohrung z.B. mit einem 6 mm Bohrer zu machen, um anschließend von beiden Seiten der Platte mit der Lochkreissäge zu arbeiten.
  3. Achtung: Um die Dichtheit des Abflusses zu gewährleisten, sollte die Überwurfmutter der Ablaufgarnitur direkt unter unser Aufsatzwaschbecken geschraubt werden. Das heißt, die Ablaufgarnitur ist bereits fest mit dem Waschbecken verschraubt und alle Dichtungen sitzen perfekt. Wenn das Waschbecken anschließend auf der Platte fixiert wird, benötigen wir eine zweite Überwurfmutter, um das Ganze unter der Platte fest anziehen zu können! An die Ablaufgarnitur wird anschließend nur noch ein optisch ansprechender Siphon montiert.
  4. Da die Überwurfmutter der Ablaufgarnitur natürlich größer ist, als die eingebrachte Bohrung, müssen wir nun mit der Raspel eine entsprechend breite Fase am oberen Rand des Loches ausarbeiten. Achtung: Hier besteht die Gefahr abzurutschen und die Oberfläche der fertigen Platte zu beschädigen. Also, Maschine kurz halten und gut mit der Hand abstützen, sowie immer entgegen der Drehrichtung des Werkzeugs „fräsen“. Besser ist es übrigens, mit einer entsprechend größeren Lochkreissäge bereits vor der eigentlichen Bohrung für die Ablaufgarnitur, bis auf die Tiefe der Überwurfmutter vorzubohren. Das anschließende Ausfräsen beschränkt sich dann nur noch auf einen dünnen Rand den die Lochkreissäge übrig gelassen hat.
  5. Nun können wir auch das Loch für die Armatur nach dem gleichen Schema bohren. Schlau ist übrigens, wenn eine zweite Person das Rohr des Staubsaugers (ohne Saugdüse) beim Bohren knapp neben die Bohrung hält. Lochkreissägen erzeugen einen sehr feinen Staub, den man am besten gleich verschwinden lässt.
  6. Den Rand der Bohrungen entgraten wir mir Schmirgelpapier, ohne die restliche Oberfläche des Waschtischs zu beschädigen. Hier hilft übrigens Malerkrepp, damit Ausrutscher ohne Folgen bleiben.
  7. Die rohe Holzoberfläche innerhalb der Bohrungen versiegeln wir mit farblosem Lack, Lasur oder Wachsöl.
  8. Jetzt geht es an die eigentliche Montage des Aufsatzwaschbeckens. Hierzu haben wir die Platte bereits mit entsprechenden Konsolen bzw. Winkeln an der Wand fixiert. Achtung: Bitte das Gewicht des Aufsatzwaschbeckens beachten. Je nach der Auflagefläche des Stein-Aufsatzwaschbeckens bringen wir eine nicht zu dicke Schicht des Silikonklebers an dessen Unterseite auf. Dies dient nicht zwingend nur der Befestigung auf der Platte, sondern soll verhindern, daß Wasser in den sonst verbleibenden kleinen Spalt zwischen Waschbecken und Platte eindringt. Versäumen wir diesen Schritt, könnte „stehendes“ Wasser, trotz der Oberflächenbehandlung, möglicherweise unsere schöne Holzplatte beeinträchtigen und beschädigen – deshalb gehen wir auf Nummer Sicher. Wichtig: Nicht zu viel Kleber aufbringen, sonst entsteht eine unschöne Wulst, an die man hinterher nicht oder nur schlecht herankommt. Verwenden Sie bitte ausschließlich farblosen Kleber, neutralvernetzend! Letzteres heißt, daß keine Essigsäure, wie bei acetat-vernetzenden Klebern freigesetzt wird. Die Säure greift z.B. Marmor an und da wir die Wahl haben, können wir getrost auf Klebstoff dieser Art verzichten.
  9. Der Moment der Wahrheit. Wir führen den Ablauf, der ja bereits am Stein-Waschbecken montiert ist, vorsichtig durch die Bohrung und setzen das Waschbecken auf die Platte. Durch eine leichte Drehbewegung des Beckens (1cm hin und her reicht) verteilt sich der Kleber optimal und alles ist dicht. Jetzt kommt die zweite Überwurfmutter zum Einsatz. (ggf. die, von einer zweiten, alten Ablaufgarnitur verwenden) Wir richten alles sauber aus und ziehen die Mutter mit der Wasserpumpenzange „gefühlvoll“ an.

Der Rest ist Routine. Abfluss anschließen, Waschtischarmatur anbauen und fertig.

Noch ein paar wichtige Hinweise u.a. zur Auswahl der richtigen Ablaufgarnitur, des Siphons und der Waschtischarmatur:

  1. Achten Sie beim Kauf der Ablaufgarnitur darauf, daß diese keinen Überlauf hat! Das heißt der gesamte Stutzen ist geschlossen und hat keine Aussparungen. Hintergrund ist, daß natürlich auch das Granit- oder Marmor-Waschbecken keinen Überlauf wie ein Standard-Keramik oder Acryl-Waschbecken besitzt. (keine „hohle“, doppelte Wandung)
  2. Der Abfluss sollte sich nicht verschließen lassen! Somit kommen auch „Pop-up“ Stöpsel, die den Ablauf per Fingerdruck verschließen nur bedingt in Frage. Generell sind diese aber geeignet.
  3. Da bei einer Badsanierung das neue Aufsatzwaschbecken sicher nicht an der gleichen Stelle sitzt wie das alte Porzellanbecken, ist es manchmal schwierig die Verbindung des Ablaufs mit dem Wandanschluß herzustellen. (Siphon) Eine sehr elegante Lösung bietet hier der flexible Siphon aus Edelstahl, den man in jeder Richtung fixieren und nach Bedarf kürzen kann.
  4. Um Ihr wertvolles Granitwaschbecken vor Ablagerungen und aggresiven Putzmitteln (darauf sollte man ohnehin verzichten) zu schützen, empfiehlt sich eine Versiegelung der Oberfläche mit einer qualitativ hochwertigen Imprägnierung. Die Lösung dringt in die kristalline Struktur des Steins ein und schützt perfekt. Die Wirkung werden Sie sehr schön am Abperlen des Wassers erkennen – Lotuseffekt. Übrigens: Die Pflegemittel  für Naturstein sind auch sehr gut zum Versiegeln von Fugen und Natursteinplatten oder -mosaiken im Bereich der Dusche, Duschtasse und im Küchenbereich (z.B. Fliesenspiegel aus echtem Granit oder anderem Naturstein) geeignet.
  5. Beachten Sie bitte bei Ihrer Planung die gesamte Aufbauhöhe (Rand) Ihres neuen Granitwaschbeckens. Diese sollte nicht zu hoch gewählt werden, um sich bequem die Hände waschen zu können. Auch Ihre Kinder (sofern vorhanden) werden es Ihnen danken.

Armatur passend für Aufsatzwaschbecken

Bei der Auswahl der passenden (Einhebel-)Armatur denken Sie bitte an gute Bedienbarkeit. Manche Waschbeckenarmaturen z.B. für Spültische, sind ungeeignet, da der Hebel oder die Drehventile hier viel zu weit unten sitzen, um diese komfortabel bedienen zu können. Hier ein Beispiel für eine geeignete Armatur, passend zur Randhöhe des Aufsatzwaschbeckens.

 

Achten Sie bei der Ablaufgarnitur darauf, daß diese keinen Überlauf hat! Da die Steinwaschbecken nicht doppelwandig wie normale Keramikwaschbecken hergestellt werden können, muß die Ablaufgarnitur rundherum (Gewindestutzen) geschlossen sein, da sonst das Wasser an der Seit austritt. Der hier abgebildete Ablauf ist z.B. geeignet für Aufsatzwaschbecken aus Naturstein.

Der Siphon sollte edel und nicht billig aussehen. Dieses Modell ist robust, pflegeleicht und sieht ansprechend aus. Falls die Verbindung des Siphons mit dem Wandanschluß etwas schwierig ist, da sich der Montageplatz des neuen Waschbeckens geändert hat, gibt es auch hierfür eine perfekte Lösung: einen flexiblen Edelstahl-Siphon. Hier ein Montagebeispiel. Der flexible Teil des Siphons lässt sich in alle Richtungen biegen und in der Länge kürzen. (am einfachsten mit der Flex)

Schönheit des Waschbeckens aus Naturstein  durch Accesoires ergänzen!

Seifenspender in Steinoptik

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